Nordkap 2026

2026_nordkap_tour.jpgWir waren ja schon oft im Norden. Sehr oft sogar. Aber bis zum Nordkap haben wir es noch nie geschafft.

Die Challenge für dieses Jahr heißt: Mit dem Elektroauto bis zum Nordkap! - Das sollte bei der guten Ladeinfrastruktur in Skandinavien „eigentlich“ kein Problem sein. Nur ist der Norden hier so dünn besiedelt, dass es Ladestationen für Elektroautos zum Teil nur alle 150km gibt. Und leider liegt die realistische Reichweite unseres BMW i3 "Orca" nur bei guten 200km. Wir freuen uns auf dieses CO2 arme Abenteuer! LOL

Unsere Tour führt uns mit dem Auto von Berlin bis nach Travemünde. Hier geht es weiter mit der Fähre 1200km quer über die Ostsee bis nach Finnlands Hauptstadt Helsinki. Von Pasila nehmen wir den genialen Auto-Zug, der uns mit Elektrolok über Nacht fast 1000km bis nach Rovaniemi bringt. Von hier aus ist es nur ein „Katzensprung“ bis zum Polarkreis. Und nach weiteren knappen 1000km mit dem Elektroauto durch finnische und norwegische Landschaften erreichen wir nach einer Woche das Nordkap. = So der Plan! 8-)

Tag 1 - Lübeck ohne Marzipan

nordkap_route_tag_1.jpgDer Orca ist randvoll geladen und wir brechen auf nach Travemünde. Mit knappen 100km/h düsen wir fast lautlos gen Norden. Diese Reisegeschwindigkeit spart nicht nur Reichweite, sondern ist auch wunderbar entspannend.

Wir verbinden unseren großen Ladestopp mit einem Stadtbummel durch die schöne Altstadt von Lübeck. Wir staunen über die beeindruckend alten Gebäude der Hansestadt.

Der Niederegger Marzipan-Laden hat leider geschlossen. - Gut für unsere Hüften! LOL

Tag 2 - Abschalten auf See

nordkap_route_tag_2.jpgDas Einschiffen auf die Finnlady klappt wunderbar. Wir freuen uns auf das „Abschalten an Board“!

Die Matrazen sind zwar hart, aber irgendwie magnetisch. Sie ziehen uns ganz und gar hinein und wir vergessen bei der 31-stündigen Überfahrt den Alltag und planen die Reise im Detail.

Die See ist sehr ruhig. So ruhig, wie noch nie. Zwischen vielen Containern und erstaunlicherweise wenig Passagieren, vergeht die lange Reise wie im Flug! 8-)

Tag 3 - Helsinki mit Zimt

nordkap_route_tag_3.jpgBeeindruckend, wie vertraut uns Helsinki und Finnland trotz der fremden Sprache sind!

Wir haben Spaß in der schönen Hauptstadt und freuen uns über Kulinarisches, Kunst und Kaufhaus.

Drei Dinge begeistern uns besonders in Finnlands Kunstmuseum Ateneum: Die riesigen Geradhörner in den Stufen des Treppenhauses, die unglaublich lichtintensiven Gemälde von Albert Edelfeldt und der hier unerwartete Originalabguss des Denkers von Rodin.

So viel Freude macht müde. Der Autozug bringt uns über Nacht in den Norden und schaukelt uns mit deutlich mehr „Wellengang“ hart in den Schlaf. LOL

Tag 4 - Weihnachten und Schätzefieber

nordkap_route_tag_4.jpgKlasse, wir haben 900km mit der E-Lok abgekürzt und dabei auch noch sehr gut im Nachtzug des „Santa Claus Express“ geschlafen.

Klar, dass es jetzt in Rovaniemi auch erstmal ins Weihnachtsmanndorf gehen muss, um hier im Juni etwas „nachzufeiern“. Toms Begeisterung hält sich in Grenzen. Wir sparen uns den großen Rummel, aber kaufen uns einen unerwartet schönen Wollpullover (denn es ist sehr kalt hier) und senden eine Karte in die Heimat. - Fröhliche Weihnachten! LOL

Weiter geht's! Auf unserer Tour gen Norden machen wir einen Abstecher in Europas einzige noch aktive Amethystmine in Lampivaara. Hier erfahren wir nicht nur viel Wissenswertes über das edle Quartz-Gestein und dass sich der Abbau in Europa wegen der Konkurrenz aus Brasiien nicht mehr lohnt.

Die pfiffigen Betreiber aus Lappland haben einen Weg gefunden, das Geschäft doch noch aufrecht zu erhalten. Sie lassen die Touristen nach dem schönen Gestein graben. Und die bezahlen auch noch dafür! :-P

Der Amethyst in dieser Mine ist besonders alt (mehr als 2 Milliarden Jahre). Und durch die extreme Erosion findet man Amethysten aus dem tiefen Gestein der Berge quasi an der Oberfläche. Wir lernen, dass man hier in seltenen Fällen auch sogenannte „Schamanen-Steine“ finden kann. Das sind dreifarbige Kristalle aus Amethyst, Rauchquarz und Schneequarz. Die Noaidi-Schamanen haben ihre Kraft aus diesen Steinen bezogen.

Wir sind demütig glücklich und überwältigt zugleich, denn wir finden Dank Saisonstart sowohl einen schönen, großen tiefvioletten Amethysten, als auch einen Schamanen-Stein. - Selbst die Guides sind beeindruckt, freuen sich aber auch über die vielen anderen Edelsteine, die wir hier lassen, denn wir dürfen nur EINEN selbst behalten - und entscheiden uns sebstverständlich für den größten und schönsten. =)

Wir kommen aus dem „Schätzefieber“ gar nicht mehr raus, denn unsere Tagestour endet in Tankavaara, einer ehemeligen Goldgräber-Region. - Aber geschürft wird heute nicht mehr, obwohl die Mitternachtssonne so tut, als wäre es hier noch Mittag!

Was für ein schöner Tag - wie Weihnachten und Geburtstag zusammen! 8-)

Tag 5 - Lapplands Gold

nordkap_route_tag_5.jpgHeute starten wir den Tag mit Gold und wir besuchen das Tankavaara Gold Village. Hier erfahren wir viel Wissenswertes über die harte Arbeit bei der Suche nach dem seltenen Edelmetall.

So hoch im Norden waren wir bisher noch nie! Und unser kleiner Orca düst im Sauseschritt und ohne Probleme durch die dünn besiedelten Weiten Lapplands - vorbei am schönen Inarisee. Der Wagen fährt wie von selbst und macht uns viel Freude! =)

Da wir Finnland bald verlassen, fragen wir unterwegs alle Finnen, die wir finden können :-), woran es liegt, dass sie die glücklichsten Menschen der Welt sind.

Die Antworten sind interessant. Die Mehrzahl versteht gar nicht, warum das so ist. Aber sie bestätigen zwei Dinge: Finnen sind sind sehr bescheiden und sie sagen immer gerade heraus, was sie denken - ganz ohne Maske, ganz ohne es anzustauen. - Das hält mental gesund! :!:

Tag 6 - Sami, Berge, Schnee & Strände

nordkap_route_tag_6.jpgNach einem ungeplanten und aufregenden Besuch des örtlichen Gesundheitszentrums :-o, wollen wir mehr über die Geschichte und Kultur der Samen lernen. Der Sapmi Park ist ideal dafür, da hier Mythologie, Tradition und Schicksal der „Minderheit im eigenen Land“ sehr gut live vermittelt werden.

Mit großer Dankbarkeit über den erfolgreichen Arztbesuch, und dem tiefen Gefühl der Verbundenheit mit der Natur durch die Geschichten der Samen, können wir die extrem beeindruckende Natur auf unserem Weg Richtung Norden heute noch mehr schätzen und würdigen. ♥

Unser Orca fährt erstaunlich sparsam, durch die hohe Rekuperation in den Bergen. Wir freuen uns über kleine Dinge, wie das leckere Eis in Russenes, aber auch über große Dinge, wie die gleichzeitig karge und doch unglaublich schöne Landschaft Norwegens Finnmark. =)

Es riecht nach Wiesenkräutern und Meer. Wir staunen kindlich RIESIG über einen nicht enden wollenden Tag voller Sonne, Berge, Schnee und Strände!!! Wir sind glücklich und die Mitternachtssonne gibt uns viel Energie! Morgen gehts zum Nordkap. 8-)

Tag 7 - Nordkap und Wale

nordkap_route_tag_7.jpgÜber noch zum Teil schneebedeckte Berge geht es heute zum großen Ziel unserer Reise. Nach insgesamt 157kWh für unseren Orca (und 13 Litern Wasser für uns LOL) erreichen wir das Nordkap. Wir sind überglücklich, denn die Sicht auf den 307m hohen Felsen ist super und es geht uns beiden gut!

Es hat sich gelohnt, früh loszufahren (die Mitternachtssonne erlaubt das ja 8-)). Es sind noch keine Reisebusse hier, und wir sind fast allein an diesem magischen Ort. Die Landschaft auf der Insel Magerøya viel schöner als erwartet.

Als wir bei unserer anschließenden Wanderung zum Kirkeporten, einem riesigen, natürlichen Felsentor, auch noch echte Wale im Fjord entdecken, bekommen wir am ganzen Körper Gänsehaut und fühlen uns überglücklich groß und demütig klein zugleich. - Was für eine traumhafte Reise! :-)

Wir wussten, dass wir hier keine Papageientaucher sehen werden (die putzigen, arktischen Vögel, die wir so lieben). Als wir Abends jedoch im Ort über ein großes Bild von ihnen „stolpern“, müssen wir lachen! DAS sind mal schöne Grafitis hier! :-P

Tag 8 - Felskunst in Alta

nordkap_route_tag_8.jpgWir starten den Rückweg unserer fantastischen Reise. Ganz ohne E-Auto-Ladeprobleme geht es noch einmal durch wunderschöne Landschaften mit Stränden, Bergen und Fjorden - zurück gen Süden. In Alta wollen wir uns im Freilicht-Museum die Felskunst unserer Vorfahren ansehen, denn zu so etwas hatten wir noch nie die Chance.

Die 2000 bis 7000 Jahre alten Felsritzungen sind wirklich faszinierend. Sie zeigen Geschichte und Geschichten unserer Vorfahren der Jungsteinzeit. - Das mit den eigenen Augen und aus nächster Nähe zu sehen, ist wirklich beeindruckend. =)

Die Nordlichtkathedrale in Alta sieht aus wie von Außerirdischen gebaut. Aber lange haben wir nicht Zeit, um über weitere schöne Dinge zu staunen. Einem von uns geht es leider nicht gut, so dass wir unsere traumhafte Reise erst einmal beenden. :-X

Tag 9 bis 15 - Hammerfest in Hammerfest

nordkap_route_tag_9b.jpgJetzt wird es unerwartet und ungewollt spannend. Wegen eines kritischen medizinischen Notfalls müssen wir unsere Rückreise abbrechen. Mit dem Rettungswagen geht es zurück in den Norden - nach Hammerfest. :-? Hier steht das modernste Krankenhaus der Finnmark. Und nur hier kann uns geholfen werden! Das Hammerfest Sykehus verfügt über ein neues Gebäude, modernste Technik, sowie kompetentes und sehr nettes Personal. DANKE nochmal an das gesamte Team!

Es ist so skurill. Die Landschaft und der Ausblick hier sind traumhaft, aber die Situation ist ernst. Ein echtes Wechselbad der Gefühle. - Ich freue mich, dass mein angesammeltes Medizintechnik-Wissen jetzt auch privat etwas nützlich ist.

Ich weiß nicht genau, was es bedeutet, wenn einem ein Rentier in der Stadt von links nach rechts über die Straße läuft, aber es muss etwas GUTES sein! - Nach 4 Tagen geht es endlich etwas besser. - Wir lernen, dass die Einwohner hier keine Rentiere mögen, weil sie immer die Garten-Blumen fressen. ;-)

Am sechsten Tag sind wir mal kurz aus dem Krankenhaus ausgebrochen, um etwas Ablenkendes und sehr „Wichtiges“ zu erledigen. - Wir sind nun offiziele Mitglieder des „Isbjørnklubben“! - Der Eisbärenclub ist ein exklusiver Mitgliederclub für alle, die Hammerfest, die nördlichste Stadt der Welt, besucht haben. - Wir lernen viel über die Geschichte des schon immer sehr internationalen Ortes, und freuen uns (mit einem zwinkernden Auge) über ein Diplom vom Bürgermeister, eine Anstecknadel, eine Mitgliedskarte und einen Sticker für unser Auto! :-)

Wir wissen immer noch nicht genau, wie und wann wir zurück kommen, wenn der Zustand besser ist. Unsere Tickets für den Autozug und die Fähre haben wir verloren. Bis nach Hause sind es 2750km.

Option A ist der Rückflug. Der dauert realistisch 2 Tage. - Wir würden das Auto dann stehen lassen. Und wenn andere sagen, sie haben eine Datsche am See, könnten wir dann sagen, wir haben ein Auto in Hammerfest. :-P

Option B ist die Rückfahrt. Die dauert realistisch 5 bis 6 Tage mit dem Auto. - Das ist die längere aber auch flexiblere Variante. Wir könnten jederzeit Pausen machen.

Wir bleiben optimistisch und hammerfest in Hammerfest! 8-)

Tag 16 - On the road again

nordkap_route_tag_16.jpgHurra! Wir dürfen endlich zurück! Mit einem großen Beutel Medikamente und einem bequem ausgepolsterten Beifahrer-Sitz verabschieden wir uns vom Polarbären und düsen bei arktischer Kälte in Richtung Süden.

Doch Option B hat noch weitere Herausforderungen. Bei nur 4°C Außentemperatur lernen wir (wie bereits im letzten Winter), dass die Reichweite unseres BMW i3 extrem wetterabhängig ist. Kälte, Wind und Regen haben die Reichweite von knapp 300km auf deutlich unter 200km schrumpfen lassen. Bei unserer letzten Etappe durch das dünn besiedelte Lappland müssen wir die Geschwindigkeit auf 70km/h drosseln, damit wir nicht in der Tundra liegenbleiben. :-O

Wir haben Glück, wir schaffen es noch gerade so zum Hotel der (inoffiziellen) Sami Hauptstadt Kautokeino (nordsamisch: Guovdageaidnu). Wir erfahren auch, wieviel Glück wir mit dem Nordkap-Wetter hatten. Reisende, die wir unterwegs treffen, stöhnten über Eiseskälte und Nebel am Nordkap, während wir dort T-Shirt-Wetter, Sonnenschein und beste Sicht hatten. 8-)

Tag 17 - Zurück über den Polarkreis

nordkap_route_tag_17.jpgNach einer krankheitsbedingt schwierigen Nacht verlassen wir Kautokeino und erleben noch einmal schöne Eindrücke des kulturellen Zentrums der Samen in der Finnmarksvidda. Wir freuen uns über eine wunderbar klare Sicht auf die weitläufige Natur mit unendlichen Wäldern, Flüssen, Seen und Fjells. Und dabei begegnen wir heute immer wieder Rentieren, die unser Auto wirklich zu mögen scheinen (vielleicht weil es sie an herrlich kühlende Schneefelder erinnert?). LOL

Da das Wetter heute deutlich besser ist, fühlt sich auch unser Orca viel wohler als gestern und schafft wieder 300km Reichweite mit einer Ladung.

Wir kommen sehr gut voran und passieren die norwegisch-finnische Grenze - erfreulicherweise ganz ohne Kontrolle und Wartezeit. (Viva Europa!) Entspannt und bei bester Laune überschreiten wir den „Napapiiri“. 8-)

Wir sind glücklich, dass wir in nur 2 Tagen schon 830km auf unserer langen Rücktour nach Helsinki zurückgelegt haben - diesmal ganz ohne Autozug. Wir erreichen am Abend Oulu - und damit die echte Zivilisation. Oulu ist 2026 die „Kulturhauptstadt Europas“. Das können wir abends zwar nicht mehr genießen - dafür laden wir unseren Akku schon wieder kostenlos auf = einfach Klasse (dazu später mal mehr)! =)

Tag 18 - Auf der Suche nach dem Glück

nordkap_route_tag_18.jpgIn Finnland leben nicht nur die glücklichsten Menschen der Welt, hier gibt es auch die sauberste Luft Europas. Und heute morgen ist die Luft hier in Oulu nicht nur frisch, es riecht auch herrlich nach Meer.

Das macht Appetit auf einen kleinen Ausflug zur alten Kaupahalli. In dieser Markthalle von 1889, die heute von einem putzigen Bronzepolizsisten („Toripolliisi“) bewacht wird, gibt es eine schöne Auswahl von Köstlichkeiten. Wir kaufen uns Flamm-Lachs, und frisches Brot und haben damit unterwegs das beste Essen, das wir uns heute vorstellen können. Tom versüßt sich mit der „Sweet Chili“-Variante den anstrengenden Reisetag. :-P

Unterwegs haben wir eine interessante Begegnung mit einer Baustellen-Lotsin. Sie warnt uns mit ernstem Gesicht, dass es hier Elche gibt! Und sie schildert uns im Detail, wie gefährlich ein Zusammenstoß mit diesen Wildtieren auf der Straße ist. Jedes Jahr gibt es schlimme Wildunfälle. Die Elche überqueren die Straße oft sehr schnell und man schafft es nicht mehr zu bremsen. Sie sind so groß und hoch, dass es meist die Frontscheibe trifft und oft böse ausgeht. Ihr eigener Nachbar lag 5 Monate im Krankenhaus deswegen. 8-o

Wir erwähnen, dass wir schon so viele Jahre nach Skandinavien kommen und noch nie einen wilden Elch aus der Nähe gesehen haben. Ihre kurze und klare Antwort darauf: „Ihr Glücklichen!!!“ :!:

Wir fahren weiter und halten bei nebligem Wetter weiter Ausschau nach Elchen. Nur die Motivation hat sich geändert: Wir wollen es OHNE Elch-Kontakt nach Hause schaffen.

Heute schaffen wir es bis nach Heinelo. Dort angekommen, treffe ich beim Aufwärmen in der Sauna ein nettes, finnisches Pärchen. Ich frage sie, warum sie denken, dass die Finnen die glücklichsten Menschen der Welt sind. :?:

Wie fast alle der bisher von uns Interviewten, können sie dies gar nicht so recht nachvollziehen. Aber weil sie beide ausgerechnet heute darüber gesprochen haben, kommen drei ganz persönliche Hauptgründe wie aus der Pistole geschossen:

  1. Die Bescheidenheit der Finnen
  2. Das gute Gesundheitssystem des Landes
  3. Die wunderschöne Natur

Auf Nachfrage ergänzen sie, dass es hier in der kalten Jahreszeit, so lange dunkel ist, dass sie sich dann im Frühling bereits über ein wenig Sonne und selbst kleine Blümchen freuen. - Und dass sie dies jedes Jahr neu erleben, bewirkt, dass sie dies auch zu schätzen wissen.

Sie bestätigten mir, dass neben der Bescheidenheit, Ehrlichkeit der wichtigste Faktor ist, um nicht nur selbst glücklich zu werden, sondern auch in einer Beziehung! Die beiden haben heute ihren Hochzeitstag und betonen, dass der bewährte Schlüssel zu ihrem Glück ist, sich immer alles zu sagen, ohne etwas zu verheimlichen oder anzustauen.

Sehr glücklich, dass wir das auch so finnisch halten, fallen wir heute müde ins Bett und freuen uns auf morgen. Es geht nach - Helsinki! :-)

Tag 19 - Geladen nach Helsinki

nordkap_route_tag_19.jpgSo lange waren wir am Stück noch nie gemeinsam auf Reisen.

Unsere letzte Etappe in Finnland auf dem Weg nach Helsinki wird noch einmal ungeplant spannend. Wir wollen unser Auto möglichst spät aufladen, um später in Deutschland einen vollen Akku zu haben. - So der Plan.

Womit wir nicht gerechnet haben, ist dass sich unser i3 im großen ST1 Ladepark leider an keiner Schnell-Ladesäule laden lässt (unbekannter Fehler). Das ist das erste Mal im gesamten Urlaub, dass wir solche Probleme haben. Ausgerechnet bei nur noch 11% Akku. :-O

Doch Tom hat eine Idee. Wir fahren ein paar hundert Meter weiter und laden an einer langsamen Ladestation (22kW) gerade soviel nach, dass es bis zum nächsten großen Schnell-Ladepark reicht.

Dieser Plan geht glücklicherweise auf! Wir verpassen also nicht die Fähre nach Deutschland und das Laden an der 22kW-Säule war sogar kostenlos. :-P

Überhaupt sind die großen Ladeparks (allen voran ABC und Neste) mit der pragmatischen Raststättenkultur (und preiswerten Buffets in Finnland) einfach nur genial. - Pausen zu machen ist eh sinnvoll und erholsam. Und manchmal können wir gar nicht so schnell essen, wie der kleine BMW wieder voll geladen ist. LOL

Selbst im hohen Norden war der Elektroautoanteil extrem hoch. Kein Wunder, denn das Laden ist hier einfach und preiswert:

Der Wellengang der Ostsee wiegt uns diesmal etwas kräftiger in den Schlaf und wir entspannen an Bord der „Finnmaid“. Wir kommen uns ein bisschen vor wie im Film, denn schon die nächste Herausforderung wartet. = Bullenhitze morgen! ^_^

Tag 20 - Coming home

nordkap_route_tag_20b.jpgAm nächsten Tag tauschen wir Pullover gegen Poloshirt. Um uns von der arktischen Kälte von 4°C zu entwöhnen, erwartet uns Berlin mit tropischer Hitze und schwülen 34°C. Glücklicherweise kommen wir erst nachts an. ;-)

Ein sehr aufregender Urlaub geht zu Ende. Medizinisch ist die Reise zwar noch nicht vorbei, aber wir sind sehr, sehr glücklich, dass wir es heil nach Hause geschafft haben. Wir haben viel gelernt und das beste aus der Situation gemacht.

Der kleine Orca hat uns wie ein Raumgleiter 3265km emissionsarm und sicher durch finnische Wälder, norwegische Fjorde (und skandinavische Notaufnahmen :-|) gebracht, ohne dass uns je der Saft ausging.

Noch eine ganze Weile hallt der passende Spruch nach, den wir auf der Ostsee-Fähre gelesen haben: „Das Leben ist wie das Meer. Es kann ruhig und still oder rau und ungestüm sein, aber am Ende ist es immer wunderschön.“ — Mayra De Gracia

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